
Das große Debüt von Sports Couture, eine Geschichte über Dirk Bikkembergs Der erste Modedesigner des Fußballs
Vor Jahren gestand Dirk Bikkembergs in einem Interview mit dem Wanderful Magazine, dass seine Haupteinflüsse „Nike, Bruce Weber und Giorgio Armani“ waren. Wenn du alle drei in einen Mixer wirfst, ist das meine Vision.“ Man kann mit Sicherheit sagen, dass diese drei Einflüsse unterschiedlicher nicht sein könnten — aber sind sie das wirklich? Zwischen der ultimativen Sportbekleidungsmarke, dem amerikanischen Fotografen, der dafür bekannt ist, die gesunden, athletischen Körper lächelnder junger Männer aus den USA zu feiern, und dem italienischen Designer, der männliche Eleganz neu definierte, indem er die Schneiderei vereinfachte und dekonstruierte und Starrheit durch Fluidität ersetzte, gibt es tatsächlich Gemeinsamkeiten.
Was sie eint, ist eine Vision von Herrenmode, die in erster Linie nach wahrer Universalität strebt — nach der Fähigkeit, jeden zu erreichen. Und zweitens eine Darstellung von Männlichkeit, die zwar traditionell, aber auch eindeutig ist: klar, ehrlich und positiv. „Diese Verschmelzung von Sport und Stil war schon immer von zentraler Bedeutung für die Marke, sie hat ihre einzigartige Identität definiert und sie in der Modeindustrie von anderen abhebt“, sagte der aktuelle Kreativdirektor Lee Wood. „Es wurde ein Konzept eingeführt, das die Energie und Leidenschaft des Fußballs perfekt mit der Raffinesse der Mode verband. So entstand eine Marke, die sowohl Sportliebhaber als auch Stilbegeisterte ansprach.“ Im Mittelpunkt der Geschichte von Dirk Bikkembergs steht genau diese Schnittstelle zwischen einer offenen Darstellung von Männern und ihrer Welt und einer Leidenschaft für Design, das sich aufgrund seiner aufrichtigen Natur von den Affektionen und der Grandiosität traditionellerer Mode distanzieren musste. Und die Welt, in der sich diese beiden Kräfte trafen, war Fußball. Es gibt eine bestimmte Geschichte, die alles erzählt.
Es ist das Jahr 2000. Zwei Jahre zuvor hatte der Designer Dirk Bikkembergs Sport Couture in Mailand vorgestellt — eine Art Antwort auf die intellektuelle und elitäre Mode, mit der er in Antwerpen und Paris mit seiner gleichnamigen Linie experimentiert hatte. Während einer Anprobe trat jedoch ein unerwartetes Problem auf. Das Model, das die Looks von Bikkembergs und seinem Team tragen sollte, erkrankte und sie brauchten einen Ersatz. Ein Lagerarbeiter mit ähnlichen Maßen wurde als vorübergehender Stellvertreter hinzugezogen. Da er keinen modischen Hintergrund hatte, reagierte er instinktiv auf jeden Look: Bei einigen fühlte er sich lächerlich und unwohl, während er sich bei anderen gut fühlte. Bikkembergs wurde klar, dass er an etwas dran war. „Ich fing an, Kleidung aufgrund seiner Reaktionen auszuwählen, ohne es ihm zu sagen“, sagte er später in einem Interview mit der New York Times im Januar 2008.
Es stellte sich heraus, dass dieser Mann Kapitän des FC Fossombrone war, einem Kleinstadtfußballverein in der italienischen Region Marken, der im letzten Kapitel der Karriere von Bikkembergs eine Schlüsselrolle spielte und schließlich zu einer Mannschaft wurde, die er später übernehmen sollte. Diese unerwartete Anpassung wurde zu einem grundlegenden Moment in einer Geschichte, die selbst nach den Maßstäben einer bereits exzentrischen Modewelt exzentrisch ist. Und exzentrisch ist hier nicht nur figurativ: Die Etymologie des Begriffs weist auf eine Bewegung hin, die sich von einem bestimmten Zentrum entfernt, und genau das hat Dirk Bikkembergs getan. Er begann seine Karriere Schulter an Schulter mit den Schwergewichten der Avantgarde- und Konzeptmode, nur um sich allmählich davon zu distanzieren, auf der Suche nach demokratischeren und zugänglicheren Systemen — nicht auf den Pariser Start- und Landebahnen, sondern auf dem grünen Gras von San Siro.
Bikkembergs Faszination für die Fußballwelt schien in dem impliziten Wunsch begründet zu sein, sich von der dekadenteren und selbstgefälligeren Seite der Mode zu distanzieren. Aber was am wichtigsten ist, ist zu verstehen, wohin ihn diese Reise geführt hat und wohin ihn der Fußball wiederum gebracht hat. Eine Welt, die von olympischer Willenskraft und Disziplin, aber auch von Leidenschaft und Empathie regiert wird, alles Werte, über die der Designer in dem Interview sprach, das diese Hommage eröffnete. Sportler mit ihrer Körperlichkeit und Normalität wurden für Bikkembergs zu einem idealen Spielfeld, um die Schneiderei, Atmungsaktivität und Leistung technischer Stoffe und futuristischer, funktionaler Accessoires auf Couture-Niveau zu testen. Sogar seine Sneaker, wie der Bix und der Tirosegno, wurden zu Grundnahrungsmitteln und waren Ende der 2000er Jahre regelmäßig an den Füßen von Stars wie Giorgio Chiellini und Ludovic Giuly zu sehen. 2011 verkaufte Bikkembergs die Marke, desillusioniert von einer Modewelt, die sich zunehmend zu einer gewinnorientierten Branche entwickelt hatte. Doch das Erbe seiner Ästhetik lebt weiter. Heute, mit Lee Wood, der vor elf Jahren ernannt wurde und heute als historischer Kreativdirektor der Marke gilt, will Bikkembergs seinen rechtmäßigen Platz „an der dynamischen Schnittstelle von Sport und Mode“ zurückerobern.
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