Mehr Fußballstadien werden ihr eigenes Logo haben Nach Santiago Bernabeu auch Evertons neues Stadion

In der Welt des Fußballs zeichnet sich ein neuer Trend ab: Stadionlogos. Der neueste Club, der sich diesem Trend verschrieben hat, ist Everton. In der Saison 2025/26 wird das neue Stadion offiziell eingeweiht, ein Stadion mit 52.888 Sitzplätzen, das rund 800 Millionen Pfund kostet und nach dem Verkauf der Namensrechte offiziell Hill Dickinson Stadium heißt. Der Name der britischen Anwaltskanzlei wird nicht nur auf dem Gebäude erscheinen, das entlang des Bramley-Moore Docks errichtet wurde, sondern wurde auch in das von den Toffees entworfene Logo integriert, um dem neuen Stadion eine soziale und kommerzielle Identität zu verleihen, dargestellt durch eine weiße Silhouette auf marineblauem Hintergrund. Vor Everton hatte Real Madrid im Rahmen der vielen Initiativen, die die Renovierung des Santiago Bernabéu begleiteten, bereits ein Logo für sein Stadion entworfen.

Dieser Logo-Trend passt in einen breiteren Kontext. Fußballstadien sind nicht mehr dafür konzipiert, ausschließlich an Spieltagen genutzt zu werden. Sie müssen sieben Tage die Woche operieren. Sportvereine sind jetzt auch im Immobilienbereich tätig, wobei Stadien als Vermögenswerte angesehen werden, die Einnahmen generieren müssen. Sie werden zu riesigen Einkaufszentren für Fans und Enthusiasten, die so viele Dienstleistungen wie möglich anbieten. Dies erfordert Einrichtungen, in denen auch Großveranstaltungen wie Konzerte, NFL-Spiele oder Boxkämpfe stattfinden können. Nehmen wir das Tottenham Hotspur Stadium, einen weiteren Veranstaltungsort, für den ein individuelles Logo entworfen wurde.

Es ist in der Tat ein Trend, aber kein brandneues Konzept, da die Gestaltung von Stadion- oder Sportarenlogos weder ausschließlich dem Fußball vorbehalten ist noch ihren Ursprung in Europa hat. Wie so oft in solchen Fällen kommt die Inspiration aus den Vereinigten Staaten. Alle NFL-Stadien haben ihre eigenen Logos, genau wie in der MLB haben heilige Austragungsorte wie das Yankee Stadium und Fenway Park ihre eigenen Logos. Das Gleiche gilt für die NBA, vom historischen Madison Square Garden bis zum brandneuen Intuit Dome. Wie wir gesehen haben, übernimmt auch der Fußball diese Praxis, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis weitere Logos erscheinen. Es wird zum Beispiel interessant sein zu sehen, was Barcelona tut, wenn das Camp Nou wiedereröffnet wird, oder welche Schritte Manchester United unternehmen wird, wenn das Projekt zum Bau eines neuen Old Trafford in Angriff genommen wird. Andere Beispiele für Stadien mit Logo in Europa sind die Allianz Arena in München und San Siro im Fußball sowie Twickenham im Rugby.

An dieser Stelle sei auch darauf hingewiesen, dass die Erstellung eines Stadionlogos nicht nur ein Trend oder eine künstlerische Laune ist, sondern eine klar definierte Geschäftsstrategie. Dies ist ein notwendiger Schritt in Richtung des langfristigen Ziels, die Identität des Stadions von seiner Beziehung zur Heimmannschaft zu trennen. Um einem Stadion ein Parallelleben zu ermöglichen, muss auch eine eigene Website oder Social-Media-Seiten vorhanden sein, weshalb ein Profilbild unerlässlich ist. In diesem Sinne dienen architektonische Formen als natürliche Inspiration für das Logodesign und verwandeln ein einfaches Stadion in ein Geschäft.

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