Barcelona könnte seine eigenen Fußballtrikots herstellen Sollte die Beziehung zu Nike nach 26 Jahren beendet werden und keine neuen Sponsoren gefunden werden?

Es wird seit einiger Zeit gemunkelt, dass Barcelona seine Beziehungen zu Nike abbrechen könnte. Die Blaugrana wären mit dem Betrag, den die Marke jedes Jahr dafür zahlt, ihren Namen auf das Trikot des katalanischen Klubs zu bringen, nicht zufrieden (100 Millionen Euro fix plus 55 Millionen an Boni) und erwägen daher einen Sponsorenwechsel. Bis vor ein paar Monaten gab es Spekulationen darüber, ob New Balance oder PUMA auf den Trikots von Joan Laportas Club zu sehen sein würden, aber das Szenario scheint sich jetzt komplett geändert zu haben. In den letzten Tagen gab es Gerüchte, dass Hummel in das Rennen um Barcelonas nächster offizieller Ausrüstungslieferant aufgenommen wurde.

Hummel, eine dänische Marke mit deutschen Wurzeln, hat viel Erfahrung im europäischen Fußball: Neben der dänischen Nationalmannschaft sponsert sie Real Betis Balompié und Las Palmas in der LaLiga, hat aber auch die Premier League und die Meisterschaft gewonnen und ist auf den Trikots von Everton und Southampton zu sehen. Der Wechsel zu Hummel wäre interessant und könnte die globale Vision des Clubs neu definieren, aber Versuchung beiseite, es ist schwer vorstellbar, wie eine so kleine Marke die finanziellen Anforderungen der Blaugrana erfüllen könnte. Barcelonas Entscheidung, sich von Nike zu trennen, wäre eine echte wirtschaftliche Herausforderung für den Konkurrenten Real Madrid, der dank seiner Vereinbarung mit adidas rund 120 Millionen Euro pro Jahr verdient.

Die faszinierendste Option, die derzeit auf dem Schreibtisch der Blaugrana steht, ist jedoch, ihre eigenen Trikots herzustellen. Diese Praxis ist in Europa keineswegs ungewöhnlich: Denken Sie nur an die Serie A, in der Klubs wie Napoli und Lecce - mit EA7 bzw. M908 - mit ihren selbst hergestellten Trikots spielen. Es wäre sicherlich eine entscheidende Strategie, da der Verzicht auf ein sicheres (und immer noch substanzielles) Jahreseinkommen eine wichtige Entscheidung ist. Die Herstellung der Trikots im eigenen Haus könnte sich auf lange Sicht auszahlen, da die Einnahmen aus Merchandising und Trikotverkauf direkt in die Finanzen des Vereins fließen und die sofortige Umsetzung von Maßnahmen wie Trainingseinrichtungen, aber auch Talentscouting ermöglichen würden, was Barcelona in dieser Hinsicht noch weiter an die Weltspitze bringen würde. Andererseits wäre Barcelona laut dem jüngsten UEFA-Finanzbericht der Club mit den höchsten Einnahmen aus dem Verkauf seines Trikots, auch dank der hervorragenden Zahlen seiner Femeni-Auswahl.

Diese Strategie wäre für Barcelona nicht einmal neu: In den 1960er und 1970er Jahren trug die Mannschaft ihre Spiele in Trikots der Marke Mont-Halt, die dem ehemaligen Präsidenten Agustí Montal Costa, einem Geschäftsmann in der Textilindustrie, gehörte. Die Trikots der Mont-Halt-Ära bestanden zu 100% aus Baumwolle, was eine gewisse Distanz zur aktuellen Geschichte zeigt, aber das Erbe und die DNA des Vereins beeinflusst haben könnte. Es bleibt abzuwarten, wie Barcelona entscheiden wird, da es zwischen Szenarien schwebt, die seine Zukunft sicherlich verändern werden.

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