
Sebastian Giovinco in Enfant Riches Déprimés — ist das überhaupt real? Fußballer haben angefangen, frische, trendige Marken zu tragen
Der Fußball hat sich in den letzten zehn Jahren in vielerlei Hinsicht verändert. Unter diesen haben sich auch die von den Spielern ausgewählten Ziele erheblich verändert. Zuerst China, dann Alessandro Del Pieros Spielzeiten in Indien und Australien, gefolgt von den Vereinigten Staaten, mit einer zunehmend spektakulären MLS und einer schnell wachsenden Fußballbewegung — insbesondere mit der Klub-Weltmeisterschaft im Sommer 2025 und der Weltmeisterschaft 2026. Schließlich der Exodus unzähliger Superstars nach Saudi-Arabien. All diese Veränderungen haben unweigerlich auch das Privatleben der Fußballer beeinflusst: neue Motivationen, neue Einflüsse und, einfacher gesagt, neue soziale Kontexte. Natürlich sammeln die Spieler beim Umzug von Naples nach Toronto — wie in dem sehr gewollten Beispiel von Lorenzo Insigne — neue Erfahrungen, kommen mit anderen Kulturen in Kontakt, erkunden andere soziale Kreise, treffen auf ein neues Promi-System und nehmen andere Kleidungsstile an. Wer hätte sich schließlich vorgestellt, den Erfinder des Tiraggirs, der Marke Drake, in einem kompletten OVO-Look zu sehen?
Die Art und Weise, wie sich Fußballer kleiden, hat sich weiterentwickelt: Sie haben sich unweigerlich neuen Trends und ausländischen Einflüssen geöffnet. Insbesondere sprechen wir über die europäischen Spieler, die sich dafür entschieden haben, weit von zu Hause wegzuziehen. Das Bild des Fußballers vom Typ Mauro Icardi ist verblasst — oder in einigen Fällen ganz verschwunden: Die vollen Looks von Givenchy, McQueen, Dsquared2 und Philipp Plein scheinen heute wie eine ferne Erinnerung zu sein, die einer kleinen Minderheit angehört. Die ästhetische Konformität, die jahrelang die Auftritte der Spieler prägte, hat ebenfalls abgenommen. Ein Foto von Sebastian Giovinco in einem T-Shirt von Enfant Riches Déprimés — einer avantgardistischen Luxusmarke, die von Alexander Levy gegründet wurde — steht sinnbildlich für diesen Wandel. Es ist ein Nischenlabel, das bei einem Fußballspieler überraschend zu sehen ist. Obwohl ERD im Laufe der Jahre den Vertrieb auf Mehrmarkengeschäfte wie Selfridges und Maxfield ausgeweitet hat, ist es nach wie vor eine forschungsorientierte Marke. Der Fall Giovinco ist also nur die Spitze des Eisbergs: Viele Spieler haben sich von den üblichen Marken entfernt und sich eher kuratierten, weniger fußballerähnlichen Labels zugewandt, weit entfernt von stark mit Logos versehenen Artikeln oder der typischen Sneaker-Rotation.
Das Verschwinden der Logomanie und das Aufkommen neuer Trends unter Fußballern
All dies ist das Ergebnis der Verbreitung neuer Trends. Logomanie ist nicht nur unter Modefans verblasst, sondern auch unter Fußballern verschwunden, die heute ein größeres Stilbewusstsein und Raffinesse an den Tag legen. Diese Veränderung ist größtenteils auf veränderte Gewohnheiten zurückzuführen: In ihrer Freizeit besuchen viele zunehmend Modewochen, Galaveranstaltungen oder Auftritte in der Mainstream-Popkultur.
All dies hat zur Entwicklung eines Geschmacks beigetragen, der sich völlig von dem unterscheidet, der zwischen 2010 und 2020 vorherrschte. Zwei interessante — wenn auch sehr unterschiedliche — Beispiele dafür sind Edoardo Bove und Cyril Ngonge, der Fall Giovinco in Italien und über den Fall Giovinco hinaus. Ersterer ist ein großer Fan skandinavischer Marken, von Our Legacy bis Sunflower, während letzterer der erste echte italienische Fan von Bottega Veneta und Prada zu sein scheint: Er hat eine ganz eigene Ästhetik entworfen. Und wir dürfen die Wiederentdeckung von Oakleys Vintage-Archiv nicht vergessen, das von Spielern wie Jules Koundé und Raphinha geliebt wurde. Heute scheinen die Spieler wirklich ein echtes Verständnis dafür entwickelt zu haben, was Mode bedeutet, insbesondere wenn es darum geht, ihr persönliches Branding aufzubauen.
Vor Kurzem haben wir Markus Solbakken interviewt, einen neu beförderten Fußballer bei Pisa, der — genau wie Bove — den Charme skandinavischer Marken entdeckt hat und in jeder Hinsicht zu einem skandinavischen Jungen wurde: „Meine Lieblingsmarke ist wahrscheinlich Holzweiler, eine norwegische Marke, zusammen mit Acne Studios. Oder sogar Samsøe Samsøe, das ebenfalls skandinavisch ist „, erzählte er uns. Es ist faszinierend, sich vorzustellen, wie Fußballer die skandinavische Ästhetik entdecken — in perfektem Kontrast zu der Logomanie, die einst ihre Kleiderschränke beherrschte — und sie als eine Art Uniform aus gedämpften Farbtönen und zurückhaltenden Silhouetten neu interpretieren, um ein unauffälliges Bild zu vermitteln, weit weg vom Rampenlicht.











































